Weihnachtsmusik im Winterwunderland (10.12.12)

Weihnachten fällt aus, behauptete das Vokalquintett Berlin in der Kirche St. Dionysius – dass das nicht wörtlich gemeint war, erfuhren die zahlreichen Konzertbesucher nach wenigen Minuten. Und bekamen mehr oder weniger bekannte Weihnachtsmelodien, hervorragend vorgetragen, geboten.

Das Berliner Vokalquintett (…) musizierte alte und neue Advents- und Weihnachtschöre mit vielen Bezügen zu Altbekanntem, dem aber die Zuhörer durch die besonders zarten Interpretationen, die eigenwilligen Sätze und zum Teil sogar kessen Arrangements neu begegnen konnten.

Geläufige und gerade dadurch manchmal gefährdete Weihnachtsmelodien wie Maria durch ein Dornwald ging oder Süßer die Glocken nie klingen und Lasst uns froh und munter sein erhielten in den modernen, entsüßten Sätzen eine fröhliche Lebendigkeit. (…)

Höchst reizvoll waren auch die Zugaben: Ein seit 800 Jahren gesungener Hymnus zum Chanukkafest als Reverenz an zwei Ensemblemitglieder, die jüdischen Glaubens sind, und für die Weihnachten tatsächlich ausfällt – Ökumene auf einer anderen Ebene. Mit Winter Wonderland deuteten die Sänger an, über welche anderen hier jazzverwandten expressiven Ausdrucksformen sie verfügen (…); und das hymnisch choralhafte Lied In the Bleak Midwinter, das dann keine weiteren Wünsche offenließ.

Hartmut Griem im Weser-Kurier vom 10.12.12
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