Musikalischer Ausflug in die Renaissance (12.05.10)

Unter dem Motto Sweet Lovers Love … hat das Vokalquintett Berlin in der Jesus-Christus-Kirche Sennestadt Renaissancemusik vom Feinsten geboten.

 

Mehr als 120 Zuhörer ließen sich von einem Programm mit weltlichen Madrigalen verzaubern, das Liebesleid und Liebesglück zum literarischen und musikalischen Thema machte. Dies geschah in einem kunstvollen, polyphonen Musizieren, bei dem sich der Komponist kreativ frei entfaltete. Die Umsetzung der hier meist fünfstimmigen Chorstücke mit ihren vielfältigen, auch lautmalerischen Effekten, erforderte ein Höchstmaß an gesanglichem Können. Dieses bot das Vokalquintett Berlin in sensationeller Weise.

 

(…) das Ensemble, das schon jetzt einen Spitzenrang in seinem Genre einnimmt. (…) Sie verfügen nicht nur über eine traumwandlerische Stimmführung, sondern vermögen den unterschiedlichen Gefühlen effektvoll Ausdruck zu verleihen. Dabei setzen sie körperliche Bewegung und lebhaftes Mienenspiel so intensiv ein, dass einem die Musik unter die Haut geht und sehr berührend wirkt.


Der unbestrittene Meister des Madrigals Claudio Monteverdi stand mit vier Werken unter dem Stichwort O primavera (Frühlingsgefühle) am Anfang des abwechslungsreichen Programms. Im ausgewogenen Stimmengeflecht gab der sonore Bass Amnon Seelig auch den folgenden Stücken von Thomas Morley (Fyer), Orazio Vecchi und Orlando Gibbons (The Silver Swan) ein sicheres Fundament. Etwas moderner im Ton waren Jaako Mäntyjärvi (The Silver Swan), Bejamin Britten (Lenten is come) und Nils Lindberg (Shall I Compare). Hier beeindruckten perfekte Einsätze und stilsichere Umsetzung komplexer Harmonien. Daneben bewiesen die sympathischen Choristen auch ihr Talent im Moderieren und Rezitieren von Texten.

 

Der deutsche Heinrich Schütz lernte an italienischen Madrigalen die Kunst, Worte und Stimmungen musikalisch adäquat zu verbidnen. In Ride la primavera, Io moro und Di marmo waren neben dramatischen Elementen auch wunderschöne Kantilenen zu hören, wobei die Soprane mit mühelosen Höhen glänzten. Etwas liedhafter ging es bei Pierre Bonnet, Hans Leo Hassler (Mein Gmüth ist mir verwirret), Johann Stephani (Der Kuckuck), Thomas Morley (Now ist the Month of Maying) und Thomas Vautor (Mother, I Will Have a Husband) zu.
Die Besucher honorierten mit einem verdienten „Bravo!" den überzeugenden Hörgenuss. Das Ensemble bedankte sich beim Publikum mit John Rutters It's springtime und Guten Abend, gut' Nacht.

 

Gustav-Adolf Lent im Westfalen-Blatt vom 12.05.10

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